Spielbericht: Herren gegen Paderborn Hornets

Das letzte Ligaspiel der Dortmund Wolverines liegt bereits vier Monate zurück. Wer denkt, dass die Vielfraße in der Zwischenzeit in den Winterschlaf gefallen sind, der irrt!

 

Selten hatte man die Vorbereitung in der spielfreien Zeit ernster genommen, als in den vergangenen Wochen. Ein eigens angeheuerter Fitnesscoach und #13 Eugen Ischanka (aka Lord of Ladder) sorgten mit etlichen Drills dafür, dass kein Muskel sich langweilen konnte. Immerhin stand mit dem Nachholspiel gegen den ehemaligen Partner aus der früheren Spielgemeinschaft ein Kracher als Start in die Rückrunde auf dem Plan.

Am vergangenen Sonntag traf man sich dann an der Victor-Toyka-Straße und war - ganz im Gegensatz zum Wetter - heiß wie Frittenfett. Als die Paderborn Hornets das Blau der Wolverines betraten, waren die Wolverines bereits dabei sich einzuspielen. Um 13:00 Uhr ließen die Offiziellen aus Essen die Partie beginnen.

 

Ganz klassisch starten die Gastgeber in Blau leicht überdreht und verschenken ein paar Mal den Ball. Im Gegenzug schafft es Paderborn sich in die Offensive zu bringen. Eine sichere Dortmunder Defense und Schlussmann #81 Menno Esen verhindern dabei, dass sich größere Chancen für den Gegner ergeben. Anscheinend quälend lange (10. Spielminute) dauert es, bis #3 LongpOLE Johannsen sich mit seinem Katapult in Stellung bringt und einen Strahl ins Netz einschlagen lässt, der an der Seitenlinie Vergleiche mit dem Erlöser nach sich zieht. Und damit nicht genug: diesmal dauert es nur fünf Minuten bis die #3 das Ganze wiederholt und zum 2:0 trifft. Die Gäste in schwarz-gelb finden bis dahin kein Mittel aus dem normalen Spielaufbau heraus zu treffen. Allerdings gelingt es ihnen kurz vor Ende des Quarters durch ein Break-Away das Mittelfeld der Wolverines zu überrumpeln und den Anschlusstreffer zu erzielen.

 

Im zweiten Durchgang kann man den gewonnen Schwung aus dem ersten nicht mitnehmen und spielt unruhig, sucht immer wieder den Abschluss, der in anderen Spielen einen Treffer bedeutet hätte. Nicht unschuldig ist daran der Goalie der Paderborn Hornets, der sämtliche Schüsse aus der Middie-Line mühelos pariert. Nach zwischenzeitlichem Ausgleich der Gäste, erzielt #1 Marlon Junker auf Zuspiel von #8 Christian "Kiki" Treis die erneute Führung zum 3:2 Halbzeitstand.

 

Im dritten Quarter beginnen die Herren aus Dortmund wieder mit dem Ziel, die Führung auszubauen und müssen dennoch den schnellen Ausgleich hinnehmen. Es dauert, bis die Wolverines offensiv wieder Druck auf den Kessel bringen und der Offensivzug Fahrt aufnimmt. Erst fasst sich #8 Christian Treis ein Herz und netzt zum 4:3 ein, bevor er #13 Eugen Ischanka vor dem gegnerischen Tor mit einem Pass versorgt, den dieser zur ersten 2-Tore-Führung verwandelt.

 

Wie zuvor, startet Dortmund schwach in das Schlussviertel. Man gerät in Unterzahl,  kassiert prompt den Anschlusstreffer und danach sogar den 5:5-Ausgleich. Die Ratlosigkeit der Paderborner sorgt für Schüsse aus dem Mittelfeld, die Goalie #81 Menno Esen erst spät sieht. Ansonsten finden die Gegner keine weitere Möglichkeit die starke Dortmunder Defense und ihren Schlussmann zu überwinden. Es ist spürbar, dass die Gäste andere Erwartungen an den Verlauf der Partie hatten. Zeitweise muss man sich fragen, ob die Hornets ihre Sticks ebenfalls bei Timber Sports einsetzen. Es folgt der Moment, der die Partie endgültig zugunsten der Wolverines dreht. Von aller Härte unbeeindruckt, stört #43 Johannes Helmer den Paderborner Clear durch ihre physisch stärkste Longpole so hartnäckig, dass er den Ball in seinen Besitz bringt und zur erneuten Führung trifft. Davon lässt sich Topscorer #4 Julian Bonnet anstecken, der in der Zwischenzeit mehr Wasser in seinen Head gespritzt hat, als in London in einem Jahr an Niederschlag fällt. Es scheint zu helfen! In der 75. Spielminute baut er die Führung aus. Auch der Kikinator #8 Christian Treis schlägt nochmal zu und trifft nur wenige Minuten später. Damit erzielt er seinen vierten Punkt in der Partie. Das THW wollte den Head der Dortmunder #4 schon fast mit Sandsäcken eindämmen, um die Umgebung vor Überschwemmungen zu schützen, da trifft auch er noch einmal zum 9:5 Endstand.

 

Auf dem Papier ist dieser Sieg eindeutig. Man ließ allerdings viele Chancen für einen höheren Sieg liegen und war im Spielaufbau nicht immer so besonnen, wie man es sich vorgenommen hatte. Am Ende steht jedoch, dass man den direkten Konkurrenten um Platz zwei in der Liga auf Abstand halten kann und damit näher an das Saisonziel Relegation rückt. Die intensive Vorbereitung hat die gesamte Mannschaft gestärkt, was man auch in der kommenden Partie gegen die Bochum Isotopes wieder unter Beweis stellen will. An dieser Stelle danken wir vor allem unseren Fans, die uns auch bei eisigen Temperaturen toll unterstützt haben, und den Schiedsrichtern aus Essen für die Leitung der Partie. Danke auch an die Gäste aus Paderborn für das umkämpfte Spiel.

 

Endergebnis: 9:5 (2:1/1:1/2:1/4:2)

Punkte (Tore/Assists): Christian Treis (2/2), Julian Bonnet (2/0), Ole Johannsen (2/0), Johannes Helmer (1/0), Eugen Ischanka (1/0), Marlon Junker (1/0), Nils Lohmann (0/1), Steffen Wegener (0/1)